Risikobewertungsmethodik
Ein transparenter, prüffähiger und regulatorisch abgestimmter Ansatz zur AML/CFT-Risikobewertung
Überblick
Diese Seite beschreibt die auf der AML PROOF-Plattform angewandte Risikobewertungsmethodik.
Die Methodik spiegelt das Weighted Average Risk (WAR)-Modell wider, das in Übereinstimmung mit folgenden Regelwerken entwickelt wurde:
- Nationale Risikobewertung (NRA), herausgegeben von FAÚ
- EU-AML-Verordnung (AMLR 2024/1624)
- Risikobasierter Ansatz der FATF
- EBA-Leitlinien zu ML/TF-Risikofaktoren
Die Methodik unterstützt — ersetzt aber nicht — das fachkundige Urteil der beauftragten Person des Verpflichteten.
Alle von AML PROOF generierten Bewertungen sind:
- transparent,
- reproduzierbar,
- prüffähig,
- und für die aufsichtsrechtliche Überprüfung geeignet.

Risikobasierter Ansatz
AML PROOF wendet einen risikobasierten Ansatz (RBA) an, der vollständig mit der NRA, den tschechischen und EU-AML-Vorschriften sowie internationalen Standards übereinstimmt.
Jede Kundenbeziehung wird anhand verifizierter Informationen und kontextueller Risikoindikatoren bewertet, was zu einer klaren Einstufung als NIEDRIGES, MITTLERES oder HOHES ML/TF-Risiko mit dokumentierter Begründung führt.
Das Ziel ist verhältnismäßige Compliance, nicht mechanisches Scoring.
Risikobewertungsrahmen
Der Risikobewertungsrahmen bewertet vier Hauptrisikosäulen, von denen jede eine andere Dimension der ML/TF-Exposition widerspiegelt.
1. Kundenrisiko (40%)
40%Die Bewertung konzentriert sich auf: Identität und Rechtsform, Eigentums- und Kontrollstruktur, Transparenz des wirtschaftlichen Eigentums, Exposition gegenüber politisch exponierten Personen (PEPs), Signale negativer Medien, Glaubwürdigkeit der deklarierten Mittelherkunft und Vermögensherkunft, Art des Geschäfts oder der Tätigkeit.
2. Produkt- & Dienstleistungsrisiko (25%)
25%Die Bewertung konzentriert sich auf: die Art des bereitgestellten Produkts oder der Dienstleistung, Bargeldintensität und Werttransfercharakteristika, Anonymitäts- oder Rückverfolgbarkeitsfunktionen, Transaktionswert und -geschwindigkeit, grenzüberschreitende Komplexität, Beteiligung von Drittmitteln oder Intermediären.
3. Geografisches Risiko (25%)
25%Die Bewertung berücksichtigt: Wohnsitzland, Gründungsland und Betriebsland, Handelskorridore und Gegenparteien, Exposition gegenüber von FATF, der Europäischen Union, Sanktionsregimen und anderen maßgeblichen Quellen identifizierten Jurisdiktionen. Das geografische Risiko wird mit einem Look-through-Ansatz bewertet, der alle mit der Beziehung verbundenen relevanten Jurisdiktionen berücksichtigt.
4. Vertriebskanalrisiko (10%)
10%Die Bewertung konzentriert sich auf: die Onboarding-Methode (persönlich vs. ferngesteuert), Nutzung von Intermediären oder Agenten, Robustheit der Identitätsverifizierungs- und Authentifizierungskontrollen, Abhängigkeit von digitalen oder automatisierten Prozessen.
Risikoeinstufung
Risikoergebnisse werden in drei Kategorien eingeteilt, um verhältnismäßige AML/CFT-Maßnahmen zu ermöglichen.
NIEDRIGES RISIKO
Beziehungen mit begrenzter ML/TF-Exposition, transparentem Eigentum, vorhersehbarem Verhalten und niedrigriskanten Kontextfaktoren. Eine vereinfachte Kundenprüfung kann angewendet werden, wo das Gesetz dies erlaubt (§ 13 des Gesetzes Nr. 253/2008 Sb.).
MITTLERES RISIKO
Beziehungen mit mittleren oder gemischten Risikoindikatoren, die eine Kundenprüfung und eine laufende Überwachung der Geschäftsbeziehung erfordern (§ 9 des Gesetzes Nr. 253/2008 Sb.).
HOHES RISIKO
Beziehungen mit erhöhter ML/TF-Exposition, die eine verstärkte Identifizierung und Kundenprüfung sowie die Zustimmung der beauftragten Person gemäß § 22a des Gesetzes Nr. 253/2008 Sb. erfordern (§ 9a des Gesetzes Nr. 253/2008 Sb.).
Deterministische Überschreibungen
Bestimmte Bedingungen überschreiben die Logik der gewichteten Bewertung und bestimmen automatisch das endgültige Risikoergebnis.
Deterministische Überschreibungen funktionieren außerhalb der WAR-Berechnung und haben Vorrang, wo dies rechtlich oder aufsichtsrechtlich erforderlich ist.
Beispiele umfassen:
- bestätigte Treffer mit anwendbaren Finanzsanktionen,
- ungelöste Sanktions-Screening-Warnungen,
- Exposition gegenüber hochriskanten PEPs,
- aktuelle und glaubwürdige negative Medien, die auf Finanzkriminalität hinweisen,
- Unfähigkeit, das wirtschaftliche Eigentum zu identifizieren oder zu verifizieren,
- rechtlich definierte Hochrisiko-Jurisdiktionen in Kombination mit unzureichenden Mitigationskontrollen.
Überschreibungen stellen sicher, dass kritische Risiken niemals durch Mittelwertbildung verwässert werden.
Abstimmung mit der Nationalen Risikobewertung (NRA)
Wie die Methodik die Nationale Risikobewertung zur Geldwäsche widerspiegelt.
Verpflichtete müssen gesetzlich die in der NRA identifizierten Risiken in ihre Bewertung einbeziehen. Unser WAR-Modell berücksichtigt diese Risiken automatisch in den entsprechenden Säulen.
| Risikofaktor | NRA-Kategorie | Abdeckung in der Methodik |
|---|---|---|
| Verdächtige Verbindungen zwischen Geschäftsteilnehmern | NRA Anhang Nr. 2 — 13 % aller OPO | Kundenrisikobewertung — PEP-Exposition, negative Berichte aus öffentlich zugänglichen Quellen |
| Missbrauch von Branchen mit hohem Bargeldumsatz | NRA Anhang Nr. 1 — Bargeldströme | Produktrisikobewertung — Bargeldintensität; automatische Score-Erhöhung für Immobilien-, Casino- und ähnliche Sektoren |
| Missbrauch des einmaligen Charakters von Immobilientransaktionen | NRA Anhang Nr. 1 — Immobilientransaktionen | Produktrisikobewertung — Mindestschwelle MITTLERES Risiko für alle Immobilientransaktionen (NRA Anhang Nr. 1 — inhärentes Sektorrisiko) |
| Missbrauch von Transaktionen unter dem Schwellenwert — zweckgerichtete Zahlungsaufteilung | NRA Anhang Nr. 1 — alle 4 Risikomodelle | Modul zur Erkennung zweckgerichteter Zahlungsaufteilung — laufende Überwachung der Geschäftsbeziehung (§ 9 Abs. 2 lit. d) des Gesetzes Nr. 253/2008 Sb.) |
| Missbrauch von Bankkonten Dritter | NRA Anhang Nr. 2 — 10 % aller OPO | Produktrisikobewertung — Drittmittel und gebündelte Konten |
| Abfluss von Erträgen ins Ausland, grenzüberschreitende Ketten | NRA Anhang Nr. 2 — Risikomodell 4 | Geografische Risikobewertung — Korridor-Multiplikator, FATF Black List, EU-Sanktionslisten |
| Missbrauch alternativer Identifizierungsmethoden (andere als persönliche Anwesenheit) | NRA Anhang Nr. 1 — Umgehung des Identifizierungsprozesses | Vertriebskanalrisikobewertung — persönliche Anwesenheit vs. Fernidentifizierung vs. über Intermediäre |
| Verschleierung der tatsächlichen Eigentums- und Leitungsstruktur juristischer Personen | NRA Anhang Nr. 1 — Umgehung der Identifizierung | Kundenrisikobewertung — Transparenz der Eigentumsstruktur, wirtschaftlich Berechtigter (§ 9 Abs. 2 lit. b) des Gesetzes Nr. 253/2008 Sb.) |
| Missbrauch virtueller Vermögenswerte — nicht verwahrte Wallets, P2P-Handel | NRA Anhang Nr. 1 — virtuelle Vermögenswerte | Produktrisikobewertung — nicht mitigierte Überweisungen an nicht verwahrte Wallets, unregulierter Anbieter von Diensten mit virtuellen Vermögenswerten |
Diese Tabelle zeigt nur Beispiele für Mappings. Das vollständige WAR-Modell enthält Dutzende von Indikatoren, die mit dem NRA-Bericht abgestimmt sind.
Risikobewertungslogik
Die Risikobewertung in AML PROOF dient dazu:
- die Analyse zu strukturieren,
- die Konsistenz zu unterstützen,
- die Prüffähigkeit zu ermöglichen.
Sie ersetzt kein fachkundiges Urteil und funktioniert nicht als eigenständiger Entscheidungsmechanismus.
Numerische Werte werden intern zur Unterstützung der Einstufung verwendet, während endgültige Entscheidungen kategoriell und begründet bleiben.
Gewichteter Durchschnittlicher Risikofaktor (WAR)
AML PROOF wendet das Weighted Average Risk (WAR)-Modell zur Aggregation von Risikoindikatoren über vier Säulen hinweg an.
Das WAR-Modell:
- arbeitet auf einer internen normalisierten Skala,
- priorisiert Konsistenz und Erklärbarkeit gegenüber numerischer Präzision,
- unterstützt die verhältnismäßige Einstufung in NIEDRIGES, MITTLERES oder HOHES Risiko.
Der WAR-Score ist keine absolute Metrik und ist nicht für den Vergleich zwischen Kunden oder Institutionen bestimmt.
Ergebnisse & Reporting
Für jede Bewertung generiert AML PROOF einen regulatorisch vorbereiteten Risikonachweis, einschließlich:
- dokumentierter Eingabedaten,
- Risikobegründung auf Säulenebene,
- angewendeter Überschreibungen (falls vorhanden),
- endgültiger Risikoeinstufung,
- beschreibender Begründung,
- verwendeter Listen und Methodologieversionen.
Alle Ergebnisse sind so konzipiert, dass sie einer aufsichtsrechtlichen und prüferischen Überprüfung standhalten.
Risikobewertung in Übereinstimmung mit den Anforderungen der Berufskammern
AML PROOF arbeitet kontinuierlich die spezifischen Anforderungen und Leitlinien der zuständigen Berufskammern in das gewichtete Risikobewertungssystem ein, die gemäß § 21a Abs. 4 des Gesetzes Nr. 253/2008 Sb. verpflichtet sind, die ML/TF-Risiken für die Tätigkeit ihrer Mitglieder schriftlich zu identifizieren und zu bewerten und diese Bewertung ihnen zugänglich zu machen.
Laufendes Risikomanagement
Risikobewertungen sind nicht statisch.
AML PROOF unterstützt das laufende Risikomanagement durch:
Laufende Überwachung
Erkennung von Änderungen im Verhalten, der Exposition oder externen Risikosignalen.
Periodische Überprüfungen
Geplante Neubewertung basierend auf der zugewiesenen Risikostufe.
Auslöseereignisse
Sofortige Neubewertung bei wesentlichen Änderungen wie: Eigentumsaktualisierungen, neue nachteilige Erkenntnisse, regulatorische oder Sanktionsaktualisierungen.
Governance & Kontrollen
Die Risikobewertungsmethodik wird durch folgende Mechanismen gesteuert:
Versionskontrolle
Alle Änderungen werden versioniert, dokumentiert und rückverfolgbar gemacht.
Periodische Überprüfung
Die Methodik wird regelmäßig überprüft, um regulatorische Entwicklungen und aufkommende Risiken widerzuspiegeln.
Regulatorische Reaktionsfähigkeit
Aktualisierungen werden nach Änderungen im EU-Recht, FATF-Leitlinien oder Sanktionsregimen angewendet.
Prüffähigkeit
Jede Bewertung kann anhand gespeicherter Eingaben und der entsprechenden Methodologieversion reproduziert werden.
Dokumentation & Aufzeichnungsführung
AML PROOF gewährleistet:
- vollständige Audit-Trails für alle Bewertungen,
- Nachweis der Einhaltung von AML/CFT-Pflichten,
- historische Verfolgung von Risikoprofiländerungen,
- Aufzeichnungsführung gemäß regulatorischen Anforderungen.
Warum das wichtig ist
Diese Methodik bietet Verpflichteten:
Klarheit
Einfache NIEDRIGES / MITTLERES / HOHES Ergebnisse mit in verständlicher Sprache formulierter Begründung
Compliance
In Übereinstimmung mit FATF/EU-Standards und von Regulierungsbehörden akzeptiert
Glaubwürdigkeit
Prüffähig, transparent und verteidigungsfähig bei aufsichtsrechtlichen Überprüfungen
Effizienz
Minimaler operativer Aufwand bei systematischer Erfüllung der AML-Pflichten
AML PROOF stellt sicher, dass jede Risikobewertung benutzerfreundlich, compliance-robust und für Regulierungsbehörden glaubwürdig ist.
Methodologiestatus: Aktiv
Methodologieversion: v1.5
Letzte Aktualisierung: 2025-01-09
Regeldokument: AML PROOF Weighted Average Risk (WAR) Methodology – Compliance Annex
Hinweis zur Natur der Ergebnisse
Die von der AML PROOF-Plattform generierten Risikobewertungen haben unterstützenden und informativen Charakter. Sie dienen der Strukturierung der Analyse und Gewährleistung der Prüffähigkeit, nicht als eigenständiger Entscheidungsmechanismus. Die endgültige Verantwortung für die Kundenbewertung, die Genehmigung der Geschäftsbeziehung oder die Ablehnung eines Geschäfts liegt stets vollständig bei der beauftragten Person des Verpflichteten (§ 22a des Gesetzes Nr. 253/2008 Sb.).
Hinweis zu externen Datenquellen
Bestandteil der Risikobewertungen sind Informationen aus Datenbanken und Datenquellen Dritter (u. a. Sanktionslisten, PEP-Datenbanken, Quellen für negative Medienberichte). Die AML Proof s.r.o. ist nicht an der Erstellung dieser Quellen beteiligt und übernimmt keine Verantwortung für deren Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität. Der Inhalt kann sachliche Unrichtigkeiten oder technische Fehler enthalten. Der Nutzer ist verpflichtet, diese Daten kritisch im Kontext des konkreten Geschäftsfalls zu bewerten.
Hinweis zur Methodologieversion
Die Risikobewertungsmethodik wird kontinuierlich in Übereinstimmung mit der Entwicklung des regulatorischen Umfelds aktualisiert. Jede Bewertung ist an die zum Zeitpunkt ihrer Durchführung gültige Version der Methodik gebunden. Die AML Proof s.r.o. behält sich das Recht vor, die Methodik zu ändern; Änderungen wirken sich nicht rückwirkend auf bereits durchgeführte und gespeicherte Bewertungen aus.
Das proprietäre Risikomodell Weighted Average Risk (WAR) hat informativen Charakter und ist für die beauftragte Person des Verpflichteten bestimmt (§ 22a des Gesetzes Nr. 253/2008 Sb.). Die endgültige Verantwortung für die Genehmigung oder Ablehnung einer Geschäftsbeziehung liegt stets vollständig bei der beauftragten Person des Verpflichteten.
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